Sesam, öffne dich! 0002–Benchmark
Benchmark.
Ein Wort, das ich während meiner gesamten Corporate-Karriere vermutlich häufiger gehört habe, als den meisten Menschen bewusst ist.
Das Lustige daran?
Die wenigsten Menschen benutzen dieses Wort tatsächlich abseits vom Accounting oder Finance Team.
Trotzdem entscheidet Benchmark jeden Tag über Gehälter, Beförderungen, Budgets, Projekte und Karrieren.
Mir selbst ist die wahre Bedeutung dieses Wortes durch einen Zufall bewusst geworden.
Damals hatte ich noch keine Milliarden unter meiner Verantwortung, sondern lediglich knappe 2 Millionen. Benchmark war ein Wort, das zu meinem täglichen Arbeitsalltag gehörte. Ich hatte es unzählige Male gehört, benutzt und gelesen. Trotzdem hatte ich nie wirklich verstanden, wie mächtig dieses Wort tatsächlich ist.
Ich saß mit meinem damaligen Vorgesetzten in einem Gespräch und wir sprachen über mein Portfolio, meine Region und meine Ergebnisse.
Irgendwann fiel ein Satz, den ich bis heute nicht vergessen habe.
"Harika, dir ist schon bewusst, dass du ungefähr zwölfmal mehr managst als alle deine Kollegen zusammen?"
Ich kann mich noch heute an meine Fassungslosigkeit erinnern.
Er hatte einen Vergleich hergestellt, er hatte einen Maßstab gesetzt.
Er hatte einen Benchmark geschaffen.
Das Wort Benchmark ist in diesem Gespräch nie gefallen und trotzdem war Benchmark der gesamte Inhalt dieses Gesprächs.
In diesem Moment wurde mir etwas bewusst.
Ich hatte über Jahre hinweg etwas benutzt, ohne die eigentliche Kraft dahinter wirklich zu erkennen.
Je länger ich in großen Unternehmen gearbeitet habe, desto häufiger ist mir aufgefallen, dass Benchmark überall verwendet wird.
In Jahresgesprächen, in Gehaltsverhandlungen in Beförderungsrunden in Budgetdiskussionen, in Vorstandspräsentationen, in Podcasts erfolgreicher Unternehmer, in der Forbes, in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum, ja sogar im Privatleben
Wirklich überall.
Nur sagt niemand das Wort Benchmark.
JEDER BENUTZT BENCHMARK.
Warum passiert genau das?
Weil Menschen auf dieser Ebene Entscheidungen treffen.
Entscheidungen entstehen selten aus Meinungen.
Sie entstehen aus Vergleichswerten.
Zahlen. Daten. Fakten. Maßstäben.
Vielleicht kennst du folgende Situation.
Du sitzt in einem Jahresgespräch.
Du möchtest mehr Gehalt, mehr Verantwortung, mehr Gestaltungsraum.
Vielleicht sogar eine Beförderung.
Dann sagst du:
"Ich finde, ich habe einen guten Job gemacht. Ich bin belastbar, flexibel und bringe Ideen ein, ich bin immer erreichbar, ich lösche wirklich jeden Brand"
Ich hätte dich nicht befördert.
Ich hätte gesagt:
"Danke, dass du deinen Job gewissenhaft erledigst."
Das ist nicht unfreundlich.
Das zeigt lediglich, dass niemand diese Mitarbeiter richtig geschult hat.
Denn ein guter Job ist keine Kennzahl.
Belastbarkeit ist keine Kennzahl.
Flexibilität ist keine Kennzahl.
Ideen sind keine Kennzahl.
Das sind Meinungen.
Genauer gesagt:
Deine Meinung.
Belastbar im Vergleich zu wem?
Flexibel im Vergleich zu wem?
Ideen, die wie viel gebracht haben?
Plötzlich verändert sich das gesamte Gespräch.
Menschen mit Benchmark-Antworten sprechen anders.
Im laufe meiner Karriere klangen meine Mitarbeiter innerhalb einiger Wochen so:
"Vor zwei Jahren habe ich ein Portfolio von acht Millionen verantwortet. Heute sind es 27 Millionen. Gleichzeitig konnten wir die Bearbeitungszeiten um 22 Prozent reduzieren."
Jetzt spricht niemand mehr über Gefühle.
Jetzt spricht man über Ergebnisse.
Ein weiteres Beispiel.
Ich hatte eine Freundin, die im Office Management gearbeitet hat.
In unserem Call sagt sie zu mir:
"Wir bekommen aktuell deutlich mehr Beschwerden von Mitarbeitern und das nimmt den Grossteil meiner Arbeit aktuell ein, ich kann es nicht mehr hören oder sehen."
Genau das war ihre Aussage. Das gleiche hat sie ihrem Chef auch gesagt. ( Nur den letzen Satz nicht)
Mehr Beschwerden klingt wichtig.
Mehr Beschwerden ist aber immer noch eine Meinung und seine Reaktion war wie von mir erwartet: " Das legt sich wieder"
Menschen mit Benchmark kommen anders vorbereitet in das Gespräch.
Deshalb habe ich ihr erklärt, wie sie dieses Thema platzieren sollte.
Drei Tage später bekam ich eine WhatsApp.
Darin stand:
"Im letzten Quartal hatten wir 42 Beschwerden bei 270 Mitarbeitern. Dieses Quartal liegen wir bei 46 Beschwerden bei 316 Mitarbeitern. Relativ zur Mitarbeiterzahl ist die allgemeine Beschwerdequote sogar leicht gesunken."
Plötzlich verändert sich die Diskussion.
Jetzt wird nicht mehr über Gefühle gesprochen.
Jetzt wird über Fakten gesprochen.
Meine Empfehlung an sie war folgende Ergänzung:
"Mir ist aufgefallen, dass xy Prozent aller Beschwerden auf das Post Office entfallen. Dieser Wert lag in den letzten drei Quartalen konstant unter zehn Prozent. Deshalb habe ich mir die Ursachen genauer angesehen."
Jetzt beginnt Führung & Sichtbarkeit.
Jetzt präsentierst du nicht mehr nur ein Problem.
Jetzt präsentierst du eine Analyse.
Genau an diesem Punkt beginnen häufig Karrieren.
Karriere entsteht häufig dadurch, dass du Zusammenhänge erkennst, die andere übersehen.
Das ist die eigentliche Superkraft von Benchmark.
Benchmark hilft dir nicht besser zu argumentieren.
Benchmark hilft dir bessere Beobachtungen zu machen.
Meinungen verlieren häufig gegen Benchmarks.
Während du erklärst, wie viel Einsatz du gezeigt hast, stellt sich dein Vorgesetzter eine völlig andere Frage.
Gut im Vergleich zu wem?
Belastbar im Vergleich zu wem?
Flexibel im Vergleich zu wem?
Ideen, die wie viel gebracht haben?
Plötzlich verändert sich das gesamte Gespräch.
Menschen mit Benchmark-Antworten sprechen anders.
Im laufe meiner Karriere klangen meine Mitarbeiter innerhalb einiger Wochen so:
"Vor zwei Jahren habe ich ein Portfolio von acht Millionen verantwortet. Heute sind es 27 Millionen. Gleichzeitig konnten wir die Bearbeitungszeiten um 22 Prozent reduzieren."
Jetzt spricht niemand mehr über Gefühle.
Jetzt spricht man über Ergebnisse.
Ein weiteres Beispiel.
Ich hatte eine Freundin, die im Office Management gearbeitet hat.
In unserem Call sagt sie zu mir:
"Wir bekommen aktuell deutlich mehr Beschwerden von Mitarbeitern und das nimmt den Grossteil meiner Arbeit aktuell ein, ich kann es nicht mehr hören oder sehen."
Genau das war ihre Aussage. Das gleiche hat sie ihrem Chef auch gesagt. ( Nur den letzen Satz nicht)
Mehr Beschwerden klingt wichtig.
Mehr Beschwerden ist aber immer noch eine Meinung und seine Reaktion war wie von mir erwartet: " Das legt sich wieder"
Menschen mit Benchmark kommen anders vorbereitet in das Gespräch.
Deshalb habe ich ihr erklärt, wie sie dieses Thema platzieren sollte.
Drei Tage später bekam ich eine WhatsApp.
Darin stand:
"Im letzten Quartal hatten wir 42 Beschwerden bei 270 Mitarbeitern. Dieses Quartal liegen wir bei 46 Beschwerden bei 316 Mitarbeitern. Relativ zur Mitarbeiterzahl ist die allgemeine Beschwerdequote sogar leicht gesunken."
Plötzlich verändert sich die Diskussion.
Jetzt wird nicht mehr über Gefühle gesprochen.
Jetzt wird über Fakten gesprochen.
Meine Empfehlung an sie war folgende Ergänzung:
"Mir ist aufgefallen, dass xy Prozent aller Beschwerden auf das Post Office entfallen. Dieser Wert lag in den letzten drei Quartalen konstant unter zehn Prozent. Deshalb habe ich mir die Ursachen genauer angesehen."
Jetzt beginnt Führung & Sichtbarkeit.
Jetzt präsentierst du nicht mehr nur ein Problem.
Jetzt präsentierst du eine Analyse.
Genau an diesem Punkt beginnen häufig Karrieren.
Karriere entsteht häufig dadurch, dass du Zusammenhänge erkennst, die andere übersehen.
Das ist die eigentliche Superkraft von Benchmark.
Benchmark hilft dir nicht besser zu argumentieren.
Benchmark hilft dir bessere Beobachtungen zu machen.
Während andere Probleme sehen, erkennst du Muster.
Während andere Meinungen hören, erkennst du Vergleichswerte.
Während andere Probleme präsentieren, präsentierst du Erkenntnisse.
Deshalb habe ich eine kleine Aufgabe für dich.
Suche dir in den nächsten 48 Stunden ein Thema aus deinem Arbeitsalltag aus.
Etwas, das regelmäßig diskutiert wird.
Etwas, das dich ärgert.
Etwas, das verbessert werden könnte.
Versuche anschließend, dieses Thema nicht als Meinung, sondern als Benchmark zu betrachten.
Wie sah die Situation vor sechs Monaten aus?
Wie sieht sie heute aus?
Welche Zahlen kannst du finden?
Welcher Vergleichswert macht das Thema überhaupt sichtbar?
Welche Ursache steckt dahinter?
Und welcher Lösungsvorschlag ergibt sich daraus?
Formuliere daraus einen einzigen Satz für dein nächstes Gespräch.
Nicht:
"Wir haben zu wenig Mitarbeiter."
Sondern:
"Vor zwölf Monaten haben acht Mitarbeiter rund 2.000 Vorgänge pro Monat bearbeitet. Heute bearbeiten dieselben acht Mitarbeiter rund 3.800 Vorgänge. Aus meiner Sicht sollten wir prüfen, ob zusätzliche Ressourcen oder Prozessoptimierungen wirtschaftlich sinnvoll wären."
Genau dort beginnt Benchmark.
Genau dort beginnt Sichtbarkeit.
Genau dort beginnt Karriere.
Benchmark versteht man nicht durch Lesen.
Benchmark versteht man durch Anwenden.
Deshalb möchte ich, dass du innerhalb der nächsten 48 Stunden deinen ersten Benchmark formulierst.
Die 48 Stunden sind real. Oft werden Meetings adhoc aufgesetzt und du brauchst dann die Übung und auch deine Zahlen.
Heb dir deinen Satz gut auf. Ich werde eine interaktive Fläche schaffen, bei der du deinen Satz reinschreiben kannst.
Im Anschluss werde ich mir die Sätze raussuchen, die bereits auf Executive Niveau sind und an den Sätzen helfen, die noch Potential haben.
Du hast 48 Stunden Zeit.
Mit Liebe,
deine Wohlstandsbestie
